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Montag, 30.08.2010, 16:51

Seit einiger Zeit bemerke ich einige Veränderungen bei mir, die sich auch im Urlaub bemerkbar machten.

Noch vor einigen Jahren beobachtete ich alle Menschen,
die schon zeitig in der Früh so voller Energie und Taten-
drang waren, sehr skeptisch, fast schon misstrauisch.

Wie kann man in der Früh so gut gelaunt sein, fragte ich
mich oft, wenn ich mich mühsam aus dem Bett quälte.

Heute liebe ich diese Morgenstunden, wenn noch alles
schläft und schön langsam erwacht. Im Urlaub bin ich
fast täglich und völlig freiwillig in der Früh einen Weg
entlang eines Baches gewandert, und ich habe das
richtig genossen, was noch vor zwei oder drei Jahren
für mich völlig unvorstellbar gewesen wäre.

Vielleicht versetzte mich genau das in so ausgeglichene
friedliche Stimmung, so dass die Heimfahrt völlig ent-
spannt verlief.

Erst bat mich mein Mann, ihm die Wasserflasche zu geben, die auf dem Rücksitz in einem Plastiksack verstaut
war.

Ich fasste sie schwungvoll und reiche sie ihm, als ich
auf einmal sein entsetztes: "Was ist denn das?", hörte.

Nun, die Wasserflasche stand neben einem Glas echten
Kärntner Bienenhonig, dessen Deckel anscheinend nicht
fest verschlossen war, so dass sich der Honig in den
Plastiksack ergoss. Dadurch stand die Wasserflasche
im Honig, der jetzt schön langsam auf das Lenkrad, auf den
Bauch meines Mannes und schließlich auf seine Hose
tropfte.

Natürlich hätte man jetzt Grundsatzdiskussionen darüber
führen können, wer denn unbedingt den Honig kosten
musste, und wenn man ihn schon kosten musste, warum
man den Deckel nicht wieder verschließen konnte, usw.
usw.

Wollte ich aber nicht, denn der Anblick war ehrlich gesagt,
sehr seltsam, und ich musste mich sehr beherrschen,
um nicht laut zu lachen.

So versuchten wir eben den Honig zu entfernen, soweit
das eben möglich war, dann läutete mein Handy.

Erst rief meine Tochter an, um mir mitzuteilen, dass
sie sich noch ein Tattoo machen lassen wollte,
was ich gelassen zur Kenntnis nahm, was sie wieder
völlig irritierte.

Dann rief meine Arbeitskollegin an, um mir mitzuteilen,
das sich der Juniorchef nun doch scheiden läßt,
was mit Sicherheit Probleme und Veränderungen mit
sich bringen wird, seine Frau oder bald Exfrau ist
schließlich auch in der Firma beschäftigt.

Aber auch das nahm ich gelassen, obwohl mir bei dem
Gedanken, was mich wohl am Montag im Büro er-
warten würde, etwas mulmig wurde.

Als wir zuhause ankamen, bemerkten wir, dass der
Wohnungsschlüssel irgendwo in einem Gepäckstück
gut aufgehoben war, die Frage war nur in welchem.
Vor einigen Jahen hätte mich auch das in Hektik
versetzt, doch jetzt nahm ich es locker.

Ich kann nur hoffen, dass diese Veränderungen,also meine
Stimmungslage betreffend, lange anhalten.

Es wäre allerdings auch möglich, dass es sich dabei
schon um eine Art Alterserscheinung handelt,
ist aber auch egal und sowieso nicht zu ändern!


Montag, 09.08.2010, 06:06

Hier im Blog wird gerade gesucht und vielleicht auch
gefunden, in meiner Umgebung wird geschieden.

Alle sind überrascht, ungläubig, ratlos, wieso, warum,
wie konnte das passieren, nach so vielen gemeinsamen
Jahren und auch nachdenklich.

Entscheidungen werden gefordert, die wir gar nicht
treffen wollen... sie oder ihn... beide geht ja nicht mehr.

Gut, eine Scheidung ist ja nicht so selten, rund die
Hälfte aller Ehen zerbrechen im Laufe der Jahre.

Dann, wenn der erste Rausch verflogen ist, wenn der
Alltag unerbittlich einkehrt.

Kinder, die genau dann krank sind, wenn es überhaupt
nicht den den Plan passt, das ständig schlechte Gewissen,
wenn keiner der Elternteile Zeit hat diverse Schulver-
anstaltungen der Kinder zu besuchen, denn auch der Beruf
fordert immer mehr, wird härter, stressiger.

Und die vielen Kleinigkeiten, die auch zermürben.....
tropfende Wasserhähne, verstopfte Abflüsse, dreckige
Wäsche, der ungemähte Rasen,...

Die Hälfte gibt auf, resigniert, flüchtet.

Und die andere Hälfte?

Würde man sie fragen, so am Ende des Tages, wie es
immer so dramatisch heisst, und sie müssten ehrlich
antworten, also würde man sie fragen:

Würdest du mit deinem Partner/Partnerin wieder
das ganze Leben gemeinsam verbringen?

Wie viele würden da wohl mit JA antworten?


Freitag, 23.07.2010, 10:09

Am Wochenende machte ich die Reise in die Vergangen-
heit, die ich so lange nicht machen wollte, eine Reise
zurück an den Ort, wo ich einen Teil meiner Kindheit
verbrachte.

Nicht wegen schlechter Erinnerungen hatte ich sie so
lange verschoben, im Gegenteil, es war eine schöne
Zeit, die ich dort verbringen durfte, die ich nicht
vermissen möchte!

Mein Großvater war Fösrster und das Forsthaus lag
mitten imWald, abgelegen, einsam, rundherum nur
Natur.

Die Kinder bettelten schon so lange: "Wann fahren wir
endlich hin, wann zeigst du uns den Ort, von dem du uns
schon so oft erzählt hast?"

Ich war von dem Gedanken nicht sehr begeistert, da
ich wusste, dass dort nichts mehr so war, wie in meiner
Kindheit.

Nach meinen Großeltern hat niemand mehr das Haus
bewohnt, es war dort sicher alles verfallen, nichts
mehr würde so sein wie damals, eigentlich wollte
ich diese schönen Erinnerungen nicht zerstören.

Aber am Sonntag, ich weiss gar nicht so genau warum,
da dachte ich auf einmal, heute passt es, heute bin
ich bereit, uns so fuhren wir los.

Es war so wie ich es vermutet hatte, das Haus in einem
sehr desolaten Zustand, die Fenster kaputt, das Dach
löchrig,...

Aber die Kinder waren begeistert: "Erzähle ... wo hast
du gespielt..?"

Und so tauchte ich ein in die Erinnerungen, erzählte
von dem Hundezwinger mit den Jagdhunden, von den
vielen jungen Jagdhunden, da mein Großvater Jagd-
hunde züchtete, von den anderen Tieren, von meiner
Henne, die ich Frieda taufte, von den vielen Blumen im
Vorgarten, den Obstbäumen, den Platz vor dem Haus,
wo im Frühjahr die vielen Veilchen blühten,... und
von den Ferien, auf die ich mich immer besonders
freute, denn das durfte ich eine Freundin mitbringen,
das war dann natürlich besonders schön.

Da fiel mir ein, dass meine Großmutter im letzten Jahr,
in dem sie hier wohnte, einen Apfelbaum pflanzte,
ob es den wohl noch gab?

Ich konnte mich noch genau an die Stelle erinnern, suchte
den Weg durch das Gestrüpp und entdeckte ihn
wirklich.

Jetzt war ich wirklich in der Vergangenheit, fast konnte
ich unsere Stimmen hören, die Stimmen der beiden
Mädchen, die spielend und lachend herumliefen.

"Da bist du ja, wir haben dich schon gesucht...." rissen
mich die Kinder aus meinen Erinnerungen.

Die Zeiten ändern sich, Menschen kommen und gehen,
aber die Erinnerungen bleiben und sie wurden und
werden auch nicht zerstört.